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Der Kofferboy ist ein Roboter

Der Kofferboy ist ein Roboter
Autor:

Ingrid Vollmer

Datum: 20.01.2011
Vorsichtig: Der Roboter greift behutsam nach den Gepäckstücken (Foto: KIT)
Vorsichtig: Der Roboter greift behutsam nach den Gepäckstücken (Foto: KIT)

Der Kofferboy ist ein Roboter

Entladesystem für Flughäfen

GENESYS (Generisches Entladesystem) heißt ein Verbundprojekt, bei dem das Institut für Prozessrechentechnik, Automation und Robotik (IPR) am KIT Partner zur Seite und eine Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Gepäck hatte. Das Projekt schafft die Grundlagen dafür, dass ein Roboter Flugzeuggepäck entladen kann.

Der Roboter arbeitet konstant, packt das Gepäck sorgfältig an, macht eine detaillierte Nachverfolgung der einzelnen Gepäckstücke leichter. Mit GENESYS wäre es denkbar, dass ein vom Roboter verladener Koffer in einem Gepäckcontainer unter 100 anderen sofort gefunden wird. „Der Fluggast merkt von GENESYS eigentlich gar nichts“, sagt Dr. Björn Hein, Gruppenleiter dieses dreijährigen Projektes, das bei einem Gesamtvolumen von drei Millionen Euro etwa zur Hälfte vom BMBF gefördert wurde. Initiator war die Karlsruher Firma Grenzebach, die Flughafenbetreibern bereits Roboter mit Beladefähigkeiten anbietet.

Gemeinsam mit Institutsleiter Professor Hein Wörn und den Doktoranden Benedikt Kaiser und Ricardo Tauro hat Hein Algorithmen entwickelt und so dafür gesorgt, dass GENESYS funktioniert. Das Entladen eines Gepäckcontainers vermag ein Roboter nur dann zu bewerkstelligen, wenn er „sich orientiert“, wenn er unabhängig vom Gepäckgewicht „zupacken“ kann, wenn er Verklemmungen „vermeidet“ und so arbeitet, dass er nirgendwo anstößt.

Ein 3-D-Sensor liefert eine Punktewolke des Gepäckberges, der Roboter nimmt eine kollisionsfreie Greifpunktbestimmung vor, der Greifarm setzt sich in Bewegung und packt ein Gepäckstück mit seinem Vakuumgreifer. Ein Sensor mit Kraftmoment gibt ihm ein Signal, sollte er den Koffer verlieren. „Der Roboter erzeugt seine Bahn selbst“, erklärt Björn Hein den großen Unterschied zu bislang eingesetzten Produktionsrobotern. Damit der Greifarm mit sechs Gelenken richtig zulangt, laufen verschiedene Bahnplanungsalgorithmen gleichzeitig an und wählen in Windeseile die beste Vorgehensweise aus.