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Auszeichnung für »The Big O«

Auszeichnung für »The Big O«
Autor:

Barbara Dörrscheidt

Datum: 01.07.2011

Auszeichnung für »The Big O«

Freiburger Algorithmen-Experte Professor Thomas Ottmann erhält Ehrendoktorwürde der Fakultät für Informatik

Für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen in der Algorithmik und sein großes Engagement in der Erforschung und Entwicklung multimedialer Methoden und Werkzeuge für die Lehre verlieh die Fakultät für Informatik des KIT am 27. Juni 2011 die Ehrendoktorwürde an den Freiburger Informatikprofessor Thomas Ottmann.

 

The Big O« - Diesen Spitznamen erhielt Ottmann in seiner Karlsruher Zeit von seinen Doktoranden am Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren (AIFB). v. l. n. r.: Prof. Dr. Heinz Wörn, Prof. Dr. Thomas Ottmann, Prof. Dr. Wilfried Juling

»The Big O« - Diesen Spitznamen erhielt Ottmann in seiner Karlsruher Zeit von seinen Doktoranden am Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren (AIFB). v. l. n. r.: Prof. Dr. Heinz Wörn, Prof. Dr. Thomas Ottmann, Prof. Dr. Wilfried Juling


Algorithmen und Datenstrukturen gehören zu den zentralen Themen der Informatik, da sie Grundlage jeder Berechung mit Hilfe eines Computers sind. Thomas Ottmann hat mit seinen Arbeiten die Forschung in der Algorithmik in Deutschland entscheidend geprägt. Seine Arbeit »Algorithms for Reporting and Counting Geometric Intersections« von 1979, die er gemeinsam mit Jon Louis Bentley verfasste, gehört zu den meistzitierten Veröffentlichungen in der Algorithmik. Der dort beschriebene Algorithmus zur effizienten Berechnung von paarweisen Schnitten zwischen geometrischen Objekten wird als »Bentley-Ottmann Algorithmus« bezeichnet und gilt als Klassiker der Algorithmik.
Seit Ende der 70er Jahre leistete Thomas Ottmann darüber hinaus Pionierarbeit in der Erforschung und Entwicklung multimedialer Methoden und Werkzeuge für die Lehre. Mit zunächst sehr beschränkten technischen Mitteln erstellte er Videoaufzeichnungen von Vorlesungen und interaktive Kurse, um Studierenden den orts- und zeitunabhängigen Zugriff auf multimediale Lehrmaterialien zu ermöglichen.

Die Beziehung Ottmanns zur Karlsruher Informatikfakultät beginnt bereits in den frühen 70er-Jahren – der Gründungszeit der Fakultät. 1975 ist der studierte Mathematiker, Physiker und Logiker einer der ersten, der sich für das Fach Informatik habilitiert.
Danach forscht und lehrt Ottmann von 1976 bis 1987 am Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren (AIFB) der Universität Karlsruhe. 1987 verlässt er schließlich Karlsruhe, um an der Universität Freiburg den ersten Lehrstuhl für Informatik zu übernehmen und die neue Fakultät für Angewandte Wissenschaften aufzubauen. Trotz zahlreicher Rufe an andere Universitäten bleibt er bis zu seiner Pensionierung 2008 in Freiburg.

Ottmann hatte im Laufe seiner Karriere eine Vielzahl ehrenvoller Ämter inne, u.a. war er Sekretär der European Association for Theoretical Computer Science, gewählter Fachgutachter der DFG, Koordinator eines DFG-Schwerpunktprogramms, und Sprecher eines DFG-Graduiertenkollegs. Darüber hinaus ist er Fellow der Gesellschaft für Informatik und erhielt 2009 die Universitätsmedaille der Universität Freiburg.