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Imagine Cup 2012

Imagine Cup 2012
Autor:

Sebastian Schäfer, Korbinian Molitorisz

Links:
Datum: 30.05.2012

KIT-Projekte gewinnen deutsche Finalrunde und dürfen zum internationalen Finale nach Sydney.

Die optimale Verbindung zwischen Theorie und Praxis, so sollte ein moderner Studiengang im besten Falle angelegt sein. Dass diese Verknüpfung durchaus zu erreichen ist, zeigen die drei Projekte, die im Rahmen des Praktikums „Praxis der Softwareentwicklung“ (PSE)  kürzlich die nationale Endrunde im Imagine Cup der Firma Microsoft gewonnen haben.

Das PSE-Praktikum wird von mehreren Lehrstühlen der Fakultät für Informatik angeboten. Ziel ist es Softwareprojekte in Kleingruppen zu verwirklichen. Die Studenten müssen sich dazu an das „Wasserfallmodell“ halten, das in der Informatikvorlesung „Softwaretechnik I“ vermittelt wird. Während des Praktikums steht den Projektgruppen immer ein Betreuer aus dem jeweiligen Lehrstuhl zur Seite. „Die Studenten müssen hier bereits in einer frühen Phase ihres Studiums praktisch am offenen Herzen operieren. Da ist es wichtig, dass jemand mit Erfahrung für Fragen bereitsteht und die einzelnen Phasenergebnisse überwacht“, erklärt Korbinian Molitorisz, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Betreuer der PSE-Gruppen am Lehrstuhl von Herrn Prof. Walter F. Tichy am Institut für Programmstrukturen und Datenorganisation (IPD).

 

Teams aus Karlsruhe

Die drei Projektteams Echo, Lauffeuer und MakeYourDay bei der deutschen Finalrunde des Imagine Cups in Berlin.

Von Ihm stammte auch die Idee, die Projekte um einen zusätzlichen Praxisbezug zu erweitern. Die Softwareprojekte mussten sich an den acht von der UN aufgestellten Millenniumszielen orientieren, um damit am Imagine Cup teilzunehmen, der jedes Jahr von der Firma Microsoft veranstaltet wird. Bei diesem internationalen Studentenwettbewerb müssen die Teilnehmer Projekte vorstellen, die technische Lösungsansätze für die großen Probleme der Welt bieten. Der Wettbewerb ist in mehrere Kategorien aufgeteilt, wie „Software Design“, „Windows Phone“, „Game Design“, usw. Molitorisz vergleicht den Wettbewerb mit den Olympischen Spielen: „Die Kategorien entsprechen olympischen Disziplinen. In jeder Kategorie gibt es zunächst Qualifikationsrunden auf dem Weg zur Finalrunde, wofür sich nur die besten Teams qualifizieren. Und auch hier gilt: Dabei sein ist alles.“

Insgesamt haben sich drei Teams vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beim Imagine Cup beworben. Mit den Projekten „Echo“, „Lauffeuer“ und „MakeYourDay“ traten die Karlsruher Informatikstudenten gegen mehrere hundert Teams aus ganz Deutschland in den Qualifikationsrunden an. Tatsächlich haben es alle drei Projektteams geschafft, die Vorrunden zu überstehen und auch im nationalen Finale am 26./27. April 2012 in Berlin konnten sie punkten. Gleich die ersten beiden Plätze in der Kategorie Windows Phone belegten Teams des KIT. Damit wurden erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs die ersten beiden Plätze von Teams des gleichen Lehrstuhls belegt.

Die Kategorie Windows Phone ist zwar nicht im internationalen Finale vertreten, dennoch wird das deutsche Siegerteam als Gast beim Finale im Juli dabei sein. Denn als Belohnung für den nationalen Sieg wurde das Team Echo von der Firma Microsoft zum internationalen Finale in Sydney eingeladen.

 

Die nationalen Finalisten aus Karlsruhe stellen ihre Projekte vor.
Team Echo (Gewinner des nationalen Finales in der Kategorie „Windows Phone“)
Echo ist ein Projekt, um Millionen Gehörlosen die Kommunikation in einer Welt voll Hörenden zu erleichtern. Ein Telefon mit Untertiteln vereinfacht das Hören, indem es Spracherkennung benutzt, um das Gesagte als Text auf dem Smartphone des Gehörlosen anzuzeigen. Zudem visualisiert ein Sprachtrainer, ähnlich zu Karaokespielen wie Lips oder SingStar, die Aussprache des Gehörlosen und bietet ihm so das Feedback, das seine Ohren nicht liefern können.
Team Lauffeuer (2. Platz des nationalen Finales in der Kategorie „Windows Phone“)
Überall auf der Welt können jederzeit Katastrophen auftreten. Sei es eine Flut oder ein Erdbeben - nach einer solchen Katastrophe ist der Drang nach Kommunikation aller Betroffenen am größten. Doch was passiert, wenn weder Telefon noch Internet funktionieren? Für eine solche Situation bieten wir mit "Lauffeuer" eine Lösung. Wir ermöglichen es, auf Smartphones Nachrichten zu verfassen und mit Hilfe von Personen in der näheren Umgebung diese Nachricht solange weiterzureichen bis sie den Empfänger erreicht.
Team MakeYourDay (Teilnehmer des nationalen Finales in der Kategorie „Windows Phone“)
In post-industriellen Ländern leidet jede dritte Person über 80 Jahre an einer Form der Demenz. Betrachtet man Deutschland, wird der demographische Wandel diese Zahl eher noch vergrößern. Die Bevölkerung wird älter und bekommt immer weniger Kinder. Das Problem, mit dem wir uns befassen ist der sehr hohe und stetig steigende Bedarf an Pflegeunterstützung. Es ist bekannt, dass Demenz in Schüben voranschreitet, von ersten zaghaften Anzeichen bis hin zum vollüberwachten Pflegepatienten. MakeYourDay bietet Unterstützung für jede dieser Phasen individuell und unterstützt somit sowohl Patienten als auch Angehörige in ihrem Alltag.