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Vom Studierenden zum Unternehmer

Vom Studierenden zum Unternehmer
Autor:

Julia Braun

Quelle:

Center für Innovation und Entrepreneurship (CIE)

Datum: 12.02.2013

Vom Studierenden zum Unternehmer

Wie gründet man erfolgreich sein eigenes Unternehmen? Julius Parrisius vom Center für Innovation und Entrepreneurship (CIE) hat uns erklärt, wie es klappen kann.
Für Zielstrebige:
Links zu Gründungsförderung


In unserer Reihe von Informatik-Absolventen haben wir bereits ein Gründerteam (Honestly - Kundenmeinungen in Echtzeit erheben) und einen Alleinunternehmer vorgestellt. Das KIT ist prädestiniert als Basisplattform für Unternehmensgründer, was der kürzlich gewonnene Wettbewerb „EXIST-Gründungskultur“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) unterstreicht (siehe Artikel vom Informationsdienst Wissenschaft). Gerade auch Informatiker sind begehrte Start-up-Gründer und -mitgründer, da sie mit ihrem fachspezifischen Wissen wertvolle Beiträge zum Gründerteam leisten können.
Doch wie verläuft der Weg in die Selbständigkeit? Welche Chancen und Fallen tun sich auf? Wir haben mit Julius Parrisius vom Center für Innovation und Entrepreneurship (CIE) gesprochen und wollen im Folgenden einen lockeren Leitfaden für gründungsinteressierte Studierende anbieten.

Aller Anfang ist schwer
„Keine Gründung funktioniert genauso wie eine andere“, betont Julius Parrisius gleich zu Beginn. Es gibt aber ein paar Punkte, die bei allen Start-ups wichtig sind: Das Gründerteam ist die Basis für langfristigen Erfolg und sollte gemeinsame Werte und eine gemeinsame Vision haben. Außerdem ist es von Vorteil, wenn sich die Kompetenzen der Teammitglieder ergänzen und jeden für das Unternehmen wichtigen Bereich mit entsprechendem Fachwissen abdecken.
Des Weiteren sollte man sich Gedanken machen, wie aus der eigenen Idee ein funktionierendes und auf lange Sicht gewinnbringendes Geschäftsmodell gemacht werden kann. Ein gängiges Tool für diesen Vorgang ist das „Business Model Canvas“ (siehe Abbildung), das alle Aspekte des Geschäftskonzepts – unter anderem das zentrale Wertversprechen des Produkts oder der Dienstleistung, Zielgruppe und Marketingkanäle – miteinbezieht.

businessmodell

Was die Produkt- oder Dienstleistungsidee angeht rät Julius Parrisius, nicht sofort das ‚perfekte’ Produkt kreieren zu wollen. Lieber solle man frühstmöglich Feedback einholen und dann bei Bedarf die Produktidee verändern oder unter Umständen auch komplett verwerfen, wenn keine Nachfrage auf Kundenseite erkennbar ist. Die stetige Produkt- und Kundenentwicklung bildet einen Feedback-Zyklus, Lean-Startup-Ansatz genannt, mit dem man früh Annahmen über Kundenbedürfnisse testen und diese Annahmen dann auch schnell anpassen oder verwerfen kann, ohne wertvolle Ressourcen verschwendet zu haben.

Ressourcen nutzen
Laut Julius ist Zeit anfangs die wichtigste und wertvollste Ressource eines Start-ups: „Große Unternehmen haben meist lange Bürokratiewege, während ein Start-up extrem schnell und flexibel auf seine Kunden reagieren kann.“ Da in einem Start-up zu Beginn alles knapp ist, sollte man sich auf die wichtigsten Dinge konzentrieren und sinnvollerweise einen Schritt nach dem anderen tun. Es ergibt keinen Sinn, direkt am Anfang einen 30-seitigen Businessplan zu schreiben. Man sollte sich lieber an nützliche Tools und Methoden halten, betont Julius. Hilfreich seien die bewährten Modelle: Canvas (nach Osterwalder, siehe Abbildung oben), Lean Startup (nach Ries), Customer Development (nach Blank) und Running Lean (nach Maurya). Ein Businessplan zur Kapitalplanung ist zwar sehr wichtig, aber erst, wenn man – Feedback-Zyklus sei dank – sicher sein kann, dass man ein marktfähiges Produkt hat und damit ein langfristig funktionierendes Geschäft aufbauen kann.

Vorsicht: Falle!
Julius warnt: „Was man zu Anfang der Unternehmertätigkeit vermeiden sollte, ist, sich mit sehr zeitaufwändigen und eventuell nicht besonders dringlichen oder zielführenden Dingen aufzuhalten.“ Juristische und steuerrechtliche Fragen sowie Dinge, die nicht zum Kerngeschäft gehören (beispielsweise Logo, Webseitendesign etc.) sollte man outsourcen. Sich in unbekannte Bereiche einzuarbeiten kostet viel Zeit und das ist speziell in der Anfangsphase der Unternehmensgründung fatal.

Nicht verzagen, Julius fragen!
Neben Julius Parrisius (Foto rechts), der gerade an seiner Promotion zum Thema „Erfolgsfaktoren bei der Unternehmensgründung“ am EnTechnon bei Prof. Orestis TerzidisJulius Parrisius feilt, arbeiten auch Anne Siebold und Dominik Stober im CIE-Cube (Glaspavillon, Gebäude 30.29) vor dem Gerthsen-Hörsaal auf dem KIT-Campus Süd. Hier wird kompetent beraten, unterstützt und gegrillt. Halt: Gegrillt?! Ja: In regelmäßigen Abständen findet vor dem CIE-Cube das „Gründergrillen“ statt, bei dem sich in ungezwungener Atmosphäre Gründungsinteressierte, Mitgründersuchende, bereits erfolgreiche Gründer und Gründungsberater treffen und austauschen. Das nächste Gründergrillen ist am 21. Februar wie gewohnt vor dem CIE-Cube.
Bei dieser Gelegenheit können Barrieren überwunden und Kontakte geknüpft werden. Erfahrungsgemäß finden gewisse Studiengänge eher schwer zusammen, obwohl sie gründungstechnisch gut harmonieren würden, bedauert Julius. Beispielsweise Wirtschaftswissenschaftler und Informatiker würden theoretisch ein solides Grundgerüst für ein Gründerteam abgeben, sich in der Realität aber nur selten annähern. Daher lädt das CIE ausdrücklich ALLE gründungsinteressierten Studierenden des KIT ein, um sich kennenzulernen und Chancen wahrzunehmen.



Von Gründern für Gründer: Das Center für Innovation und Entrepreneurship (CIE)

Das CIE unterstützt und berät gründungsinteressierte Studierende, veranstaltet das Gründergrillen und bietet die Chance, ungezwungen neue (Business-)Kontakte zu knüpfen. Das CIE wurden von den Alumni der Universität Karlsruhe (TH) Christian Schwarzkopf und Tim Lagerpusch gegründet mit dem Ziel, Studierende, Doktoranden, Professoren und Absolventen der Universität fächerübergreifend zusammenzubringen und so Unternehmensgründungen zu unterstützen.
Das Leistungsspektrum des CIE reicht von Beratung über Konzeptentwicklung bis hin zu Infrastrukturbereitstellung und Finanzierung. Als Kirsche auf dem Sahnehäubchen werden auch Mitgründer, Absolventen und Investoren an Gründungsinteressierte vermittelt und zwar aus einem regionalen, nationalen und zum Teil sogar globalen Netzwerk an Experten, Unternehmern und Investoren.

Die Leistungen des CIE sind kostenfrei, da das CIE als Projekt des KIT vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert wird.
Die Gründerfamilie, dessen Vermittlungs- und Angelpunkt das CIE bildet, besteht aus Absolventen, Neu-Gründern und bereits erfolgreichen Gründern, die sich gegenseitig beraten und unterstützen. Erfolgreiche Gründer bleiben der Gründerfamilie – prinzipiell eine Art Gründerclub – erhalten und unterstützen sie bei eigenem wirtschaftlichem Erfolg. Ungefähr 600 – 800 Mitglieder zählt der Gründerclub des CIE allein in Karlsruhe.
Das CIE gehört zum Institut für Entrepreneurship, Technologie-Management und Innovation (EnTechnon) und möchte allen Studierenden am KIT fächerübergreifend behilflich sein. Seit der Gründung hat das CIE rund 320 Projekte beraten und betreut – hinzukommen durchschnittlich zwei Projekte pro Woche.

cube
Der CIE-Cube an der Engesserstraße 9 auf dem KIT-Campus Süd (Bild: KIT)


Nice to know: Links zu Gründungsförderung

KIT-intern


KIT-Gründercoaches
Übersicht an Förderprogrammen für Gründer
Center für Innovation und Entrepreneurship (CIE)

KIT-extern

Gründungsgutscheine vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg
Förderprogramm „Junge Innovatoren – Existenzgründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen“ vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg
Übersicht an Links zur Existenzgründung und –förderung (vom KIT zusammengestellt)