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Warum in die Ferne schweifen...

Warum in die Ferne schweifen...
Autor:

Isabel Häuser, Lisa Mielke

Datum: 23.09.2015

Warum in die Ferne schweifen...

...wenn das Gute liegt so nah. KIT-Wissenschaftler machen Kunstwerk im ZKM durch Telepräsenz  virtuell erlebbar


Ein spontaner Städtetrip gefällig? Ob in die Landeshauptstadt oder gar ans andere Ende der Welt: bis zum 31.01.2016 müssen Besucher der Ausstellung Infosphäre im ZKM I Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe weder Koffer packen noch die Stadt verlassen, um ihr Fernweh zu stillen.

Mit 10,000 moving cities   ̶  same but different (2015) haben der Schweizer Medien- und Computerkünstler Marc Lee (www.1go1.net), der Lehrstuhl für Intelligente Sensor-Aktor-Systeme und das ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale in Kooperation mit dem ZKM eine telepräsenzbasierte Installation geschaffen, die den Besuchern die virtuelle Begehung einer realen, jedoch abstrahiert dargestellten Stadt ermöglicht.

Auf einer digitalen Weltkarte wählt man per Kopfbewegung sein Wunschreiseziel und erhält in Echtzeit Bild-, Text-, Ton- und Videomaterial, das User in sozialen Netzwerken über den Ort gepostet haben. Diese Informationen werden auf Kuben visualisiert, die in unterschiedlicher Höhe im Raum empor ragen und eine Art Skyline darstellen. Der Besucher kann sich nun frei zwischen den Projektionen bewegen und erlebt so eine virtuelle Reise, auf der er lokale, kulturelle und sprachliche Unterschiede erfährt. Jede neue Anfrage erzeugt immer wieder neue Bild- und Klangcollagen.

 

Technisch umgesetzt wurde die Kunstinstallation durch den Lehrstuhl für Intelligente Sensor-Aktor-Systeme (ISAS) an der KIT-Fakultät für Informatik. Vier Kinect-Sensoren, jeweils an einer Seite eines 20 qm großen Bereichs aufgehängt, tracken die Bewegungen des Besuchers und übermitteln die jeweiligen Positionsdaten sowie die Blickrichtung an die Oculus Rift-Brille. Man navigiert durch Umherlaufen und Kopfbewegungen durch die Stadt, während andere Museums-Besucher auf einem Beamer verfolgen können, was der „Brillen-Träger“ gerade sieht. Bei der ausgestellten Arbeit handelt es sich um die digitalisierte Version des gleichnamigen Kunstwerkes von Marc Lee: Unter der inhaltlichen Koordination des ZAK wurde  beim Digitalisierungsprozess das konzeptuelle Potenzial des Originals vertieft.

 

10,000 moving cities  ̶ same but different (2015) ist vom 05.09.2015 bis zum 31.01.2016 im Rahmen der Ausstellung „GLOBALE: Infosphäre“ im ZKM zu erleben.
Weitere Informationen: http://zkm.de/event/2015/09/globale-infosphaere

 

Die Installation im ZKM ist Teil des Projekts e-Installation am KIT zur telepräsenz-basierten Dokumentation von Medienkunstwerken. In diesem interdisziplinären Projekt arbeiten Kunstwissenschaftler des ZAK und Informatiker des Lehrstuhls für Intelligente Sensor-Aktor-Systeme (ISAS) an einer methodologischen und technologischen Lösung, um Medienkunst-Installationen mittels VR- und Telepräsenz-Technologien langfristig digital erlebbar zu machen.
Telepräsenz ermöglicht einer Person, sich mit spezieller Hard- und Software virtuell an einen entfernten oder virtuellen Ort zu versetzen: Ihre Bewegungen werden von einem mechanischen oder virtuellen Vertreter ausgeführt, dabei bekommt sie verschiedene realitätsnahe Sinneseindrücke übermittelt. 3D-Modellierung und virtuelle Darstellungsmethoden können die Ebene der Sinneswahrnehmung von Medienkunstwerken und damit auch deren Sinnstruktur und künstlerische Essenz bewahren.

 

E-Installation wurde im Rahmen der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ als 1 von 100 „Ausgezeichnete Orte 2015: Stadt, Land, Netz!“ ausgewählt.