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Schreiben neu erfunden

Schreiben neu erfunden
Autor:

Simon Brombacher

Datum: 11.12.2015

Schreiben neu erfunden

Tastatur ade. Wie ein neuartiges System Gesten erkennen kann und freihändiges Schreiben und Arbeiten ermöglicht.

Eine Arbeiterin überprüft am Seil hängend die Rotorblätter eines Windrads. Eine kurze Geste in die Luft und auf dem Display vor ihrem Auge wird ein Punkt auf der Wartungsliste abgehakt – alles in Ordnung. So könnte bald die Arbeit nicht nur von Technikern aussehen. Kein unhandliches Tablet mehr mit in die Höhe schleppen oder dauernd in der Hand halten. Sondern einfach nur ein Sensor-Armband am Handgelenk und eine Mixed-Reality-Brille auf der Nase. Leicht, schnell und äußerst effektiv.

 

Dieser Idee geht das KIT-StartUp „Kinemic“ um Christoph Amma, Marcus Georgi und Tom Lenz nach. Das System erfasst Bewegungen, die der Nutzer mit dem Arm in der Luft macht und erkennt daraus Gesten und geschriebene Wörter. Dafür nötig sind nur ein Sensor-Armband zur Registrierung der Bewegungen und ein Computer oder Mobilgerät zur Weiterverarbeitung der Daten.
Das Armband beinhaltet Gyroskope und Beschleunigungssensoren, die die Bewegungen aufzeichnen. Diese Sensordaten werden drahtlos an einen Empfänger, beispielsweise ein Smartphone, übertragen und dort von der Software in nutzbare Signale umgewandelt. Schon jetzt ist es damit möglich, kurze Texte zu schreiben, Listen abzuarbeiten oder einen Kontakt aus dem Telefonbuch zu wählen und anzurufen. Allerdings ist das System derzeit nur eingeschränkt mobil nutzbar, da entweder ein Laptop oder eine mobile Datenanbindung vorausgesetzt werden.                                
Zukünftig sollen eine Mixed-Reality-Brille und ein Smartphone als Verarbeitungsgerät ausreichen. Dies erhöht die Nutzbarkeit der Gestenerkennung nochmals und erlaubt den Einsatz in vielfältigen Bereichen, nicht nur in der Industrie, sondern zum Beispiel auch in der Medizin oder der Logistik. So hätten Techniker bei Wartungsarbeiten beide Hände frei oder Qualitätsprüfer in der Autoherstellung könnten Probleme schneller und effektiver behandeln. In Reinräumen, etwa in der Pharma- oder Elektronikproduktion oder in Kliniken, wäre die Berührungsrate minimiert und die Sterilität gewährleistet. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig.

 

Kinemic wird unterstützt durch das Förderprogramm eXist Forschungstransfer. Während der ersten 1,5 Jahre erhält das StartUp Finanzierung, um die Idee zur Marktreife zu bringen. Lizenzen zur Verwendung könnten dann verkauft und kundenspezifische Projekte unterstützt werden. Dabei soll das Ganze unabhängig von einer spezifischen Hardware auch mit Smartwatches und anderen Wearables funktionieren.

 

Wer sich dafür interessiert, wie die Gestenerkennung funktioniert oder wer sich allgemein über das StartUp informieren will, der sollte sich auf der CeBit 2016 umschauen – „Kinemic“ ist dort mit einem Demonstrator am KIT Stand vertreten.

 

Wollen die Idee zur Marktreife bringen: die drei Gründer von Kinemic Tom Lenz, Marcus Georgi und Christoph Amma (v.l.) (Bild: KIT)