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Entwicklertag 2012

Entwicklertag 2012
Autor:

Sebastian Schäfer, Isabel Aha

Links:
Datum: 09.05.2012

Entwicklertag 2012

Deutschlands „Silicon Valley“ zeigt sich von seiner besten Seite.

Ralf Reussner begrüßt die TeilnehmerKurze Wege zwischen IT-Forschung, Anwendung und den einzelnen Kooperationspartnern. Die Häufung an Kompetenzen im Bereich der IT-Technologie gehört zu den herausragenden Eigenschaften der Region Karlsruhe. Die beiden Eröffnungsredner Prof. Ralf Reussner vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Margret Mergen, Bürgermeisterin der Stadt Karlsruhe, bezeichnen bei der heutigen Eröffnung des Karlsruher Entwicklertages die Region stolz als „Silicon Valley Deutschlands“. Dass es in der Tat eine große Dichte an IT-Firmen sowie Forschungseinrichtungen der Informatik gibt, zeigt die Veranstaltung selbst. Die Sponsorenliste der Veranstaltung ist lang und sowohl Publikum, als auch die Vorträge sind gespickt mit Vertretern verschiedenster Firmen und Instituten aus der Region.
Dabei kann Karlsruhe auf eine lange Tradition der Informatikforschung zurückblicken, so Mergen. Bereits vor vierzig Jahren wurde an der Karlsruher Universität die damals erste Informatikfakultät Deutschlands eingerichtet.
„Heute setzt die Stadt Karlsruhe weiter auf Innovationen“, erklärt die erste Bürgermeisterin der Stadt. Mit dem Cyber Forum soll eine stärkere Vernetzung der IT-Firmen gewährleistet werden. Für den „normalen“ Bürger bietet die Stadt eine Kultur App, die nicht nur kulturelle Events auflistet, sondern auch einen kulturellen Stadtplan zur Abendplanung anbietet. Im Bereich der Forschung sollen Projekte wie die Smarter City Karlsruhe oder die Living Labs helfen, innovative Ideen umzusetzen.
Aus „Silicon Valley“ wird „SiliKA Valley“.

 

Trendthema CloudProf. Düpmeier über Crossmediales Development

Natürlich schwebte die „Wolke“ auch über den Entwicklertagen. Einer von insgesamt fünf ganztägigen Tracks widmete sich dem Thema Mobile und Cloud Computing. Eine besondere Problemstellung für Anwendungen besonders im Bereich der mobilen Endgeräte sieht Dr. Clemens Düpmeier vom KIT in der großen Vielfalt der Gerätetypen und somit der Betriebssysteme. Dabei gibt es mehrere Herangehensweisen, wie man eine Web-Anwendung für das mobile Zeitalter fit machen kann.  Zum einen kann man eine bestehende Webanwendung einfach optimieren, sodass diese auch mobil darstellbar ist. Diese Herangehensweise birgt allerdings vor allem im Bereich der Interaktivität viele Nachteile. Des Weiteren kann man auf native Weise eigene Apps generieren. Diese sind interaktiv und können auf die entsprechenden Betriebssysteme zugeschnitten werden. Da einzelne Hersteller, wie Apple, Android, Windows oder Blackberry aber sehr unterschiedlich aufgebaut sind, muss man einen enormen Aufwand betreiben, um auf diese Weise alle Plattformen abdecken zu können. Für diesen Fall kommt für Herrn Düpmeier eine Crossover Plattform Entwicklung in Frage. Hier analysierte das Institut für Angewandte Informatik am KIT verschiedene Anbieter solcher Lösungen. Diese Anbieter, wie beispielsweise Phone Gap, finden über so genannte API einen gemeinsamen Nenner aller Betriebssysteme. Dabei bleibt das „look&feel“ ähnlich einer nativen Anwendung. Hier können Cloud-Dienste eine wichtige Rolle spielen, indem sie von verschiedenen Anbietern Inhalte bereitstellen, die für die gewünschten Anwendungen kompatibel sind. Dies erleichtert den Entwicklungsaufwand ungemein.


Ein Rechtsanwalt muss erst mal lernen, was Cloud Computing eigentlich ist

Diese Feststellung schickten die Rechtsanwälte der Kanzlei Vogel & Partner zusammen mit Tobias Haar von der Gameforge AG dem informatikaffinen Publikum in einem weiteren Track zum Thema Recht in der Cloud voran. Dabei ist es für die Rechtsprecher wichtig das Cloud Computing zunächst genau zu analysieren, bevor man rechtliche Aussagen machen kann. So mietet man einen bestimmten Service bei einem Anbieter in der Cloud. Somit fällt eine vertragliche Regelung zwischen Nutzer und Anbieter in diesem Fall unter das Mietrecht, das wiederum seine ganz eigenen Strukturen besitzt. Schwierig ist auch die Frage, welches Recht eigentlich angewendet wird. Vor allem, wenn der Anbieter und Kunde in verschiedenen Ländern oder gar Kontinenten beheimatet sind. Entsprechende Schwierigkeiten tun sich auch bei der Frage nach dem Urheberrecht auf. Hier ist nicht nur die Frage nach dem Land der Nutzung kritisch, sondern auch nach den Nutzern an sich. Dürfen alle Mitarbeiter einer Firma deren bezahlten Dienst aus der Cloud nutzen? Oder wie viel Cloud Services einer Firma dürfen deren Freelancer in Anspruch nehmen? – Alles Fragen, an die sich das IT-Recht zunächst noch anpassen muss und die von Fall zu Fall entschieden werden müssen. Ein großes Thema nicht nur in der Cloud bildet auch der Komplex Datenschutz. Hier gibt es von der EU bereits einen 10-Punkte-katalog, der die erforderlichen Mindestregelungen für den Umgang mit personenbezogenen Daten regeln soll. Aber auch hier wird es wieder schwierig, vor allem wenn Geschäftspartner nur Verträge nach außereuropäischem Recht anbieten.
Man sollte sich als Entwickler in der Cloud – egal ob Nutzer oder Anbieter – also vor jedem Geschäft sehr gut über die rechtlichen Umstände informieren.

Innovative Ideen gewinnen

Der Technologiepark Karlsruhe und die IT Beratungsfirma andrena objects aus Karlsruhe haben es sich mit dem ObjektForum Preis zur Aufgabe gemacht, Entwickler mit innovativen Ideen in herausragenden Diplomarbeiten zu fördern. Die Preise zu je 1.500 werden in zwei Kategorien vergeben. Benjamin Klatt von Forschungszentrum Informatik (FZI) gewann den Preis in der Kategorie „Grundlagen der Disziplin“. Er hat in seiner Arbeit das Projekt Palladio um zusätzliche Komponenten erweitert.
In der Kategorie „Beispielhafte Anwendung von Softwaretechnik innerhalb und außerhalb der Informatik“ gewannen Tobias Wüchner für seine Arbeit zur Nutzungskontrolle in IT-Systemen und Bastian Karweg in seiner Arbeit über Suchalgorithmen den Förderpreis.
Im Anschluss an die Preisverleihung fanden weitere Vorträge im Stile der Pecha Kucha statt. Dabei stellten fünf Vortragende ihre Forschungsthemen vor. Die Schwierigkeit dabei war, dass jeder für seine 20 Folien nur 20 Sekunden Zeit pro Folie hatte.


ObjektForum Preis

Prof. Dr. Andreas Oberweis (KIT), Dr. Michael Ranft (SWR), Bastian Karweg, Matthias Grund (andrena), Benjamin Klatt, Tobias Wüchner, Prof. Dr. Reussner (FZI), Hagen Buchwald (andrena)


Letztlich zeigte der Entwicklertag 2012 an seinem ersten Veranstaltungstag bereits die Vielfalt der IT-Infrastruktur in Karlsruhe auf. Hier läuft eine Vielzahl an innovativen Projekten der Informatikforschung zusammen, von denen man in Zukunft noch hören wird. Wichtig dabei ist die Vernetzung der einzelnen Institutionen und Firmen, für die der Entwicklertag eine ausgezeichnete Plattform für den Wissensaustausch ist.