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„Dieter Meurer Preis Rechtsinformatik“ für Prof. Dr. Louisa Specht

„Dieter Meurer Preis Rechtsinformatik“ für Prof. Dr. Louisa Specht
author:

Isabel Häuser

place:

Pressemitteilung Deutscher EDV-Gerichtstag e.V. vom 21.09.2017

date: 22.09.2017

„Dieter Meurer Preis Rechtsinformatik“ für Prof. Dr. Louisa Specht

Der EDV-Gerichtstag ehrt ehemalige Mitarbeiterin und Habilitandin am IIWR Dreier für ihre Habilitationsschrift

Im Rahmen des 26. Deutschen EDV-Gerichtstages 2017 in Saarbrücken wurde der „Dieter Meurer Preis Rechtsinformatik“ an Prof. Dr. Louisa Specht für ihre Habilitationsschrift zum Thema „Diktat der Technik - Rematerialisierung der Privatautonomie im informationstechnologischen Umfeld“ verliehen, miThomas Dreier und Louisa Spechtt der sie Kernfragen des Verhältnisses von Informationstechnologie und Recht untersucht. Die 32-jährige Preisträgerin war von 2009 bis 2015 Mitarbeiterin am Institut für Informations- und Wirtschaftsrecht bei Professor Dreier und ist seit Beginn des Jahres Inhaberin des Lehrstuhls für Europäisches und Internationales Daten- und Informationsrecht an der Universität Passau.

 

 

Sechs Jahre lang arbeitete Prof. Specht bei Prof. Dreier am Zentrum für Angewandte Rechtswissenschaften des KIT an informationsrechtlichen Fragestellungen. (Bilder: KIT und Annabella Krahl)

 

Specht bezeichnete es als „große Ehre“, den Dieter Meurer Preis für Rechtsinformatik verliehen zu bekommen. „Dieter Meurer hat die Rechtsinformatik geprägt, wie kaum ein anderer. Er hat sich dem Zusammentreffen von Recht und IT-Technologie mit einer Hingabe und Brillanz gewidmet, die ihn zum Vorbild für jeden Juristen macht, der in diesem Bereich forscht und lehrt. Mit dem zu seinen Ehren geschaffenen Preis ausgezeichnet zu werden, ist für mich die schönste Ehrung, die es geben kann."

Während in der Vergangenheit oft ein Augenmerk darauf lag, den Einsatz der IT in der Justiz mithilfe von Rechtsänderungen zu fördern, ging der EDV-Gerichtstag nach Inkrafttreten von Rechtsänderungen der Frage nach, wie die Gerichte, Staatsanwälte oder Rechtsanwälte dazu gebracht werden können, den vorgegebenen Zeitpunkten entsprechend die IT tatsächlich zu nutzen. „Die Arbeit von Luisa Specht lehrt uns, dass es aber auch ganz andere Entwicklungen zu bedenken gilt. Sie analysiert heutige IT- Entwicklungen, die uns an die Erkenntnis von Lawrence Lessig von 1999 erinnern, wonach die Hardware und die Software die jeweilige Gestalt des Cyberspace und damit auch die Freiräume des einzelnen bestimmen. Stichwort ‚Code is law‘.“, so Prof. Dr. Wilfried Bernhardt, der bei der Preisverleihung die Laudatio hielt. „Sie zeigt auf, wie Hersteller von Produkten durch informationstechnologische Voreinstellungen die Nutzungsmöglichkeiten des Kunden so vorbestimmen, dass dieser keine echte Freiheit für abweichende Vereinbarungen mehr wahrnehmen kann. Dieses Problem wird angesichts des technischen Fortschritts zukünftig eher noch größere Bedeutung erlangen.“, so Bernhardt. Mit ihren Vorschlägen appelliert Specht gleichermaßen an die Informatiker und die Juristen – also insbesondere auch an die Mitglieder des EDVGerichtstags
-, die Gefahren einer technikgetriebenen Beschränkung der Privatautonomie nicht hinzunehmen, sondern aktiv Lösungen zur Sicherung der Privatautonomie zu erarbeiten, die zu den unverzichtbaren Grundwerten einer freiheitlichen Rechts- und Verfahrensordnung gehört.

Louisa Specht bekommt Rechtinformatik-Preis

v.l.: Ste­phan Ory, Ste­phan Tos­cani, Preis­trä­ge­rin Louisa Specht, Johan­nes Wei­chert, Wil­fried Bern­hardt (Bild: EDV-Gerichtstag)


Der „Dieter Meurer Preis Rechtsinformatik“ wird seit 2003 durch den Vorstand des EDVGerichtstags zusammen mit der Geschäftsführung der juris GmbH vergeben und ist mit 5.000 € dotiert. Er soll im Sinn des Verständnisses von Dieter Meurer den Nachwuchs im Bereich der Rechtsinformatik fördern. Meurer befasste sich neben seiner Funktion als Ordinarius für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie an der Philipps-Universität Marburg intensiv mit der Rechtsinformatik. Der Arbeit des EDV-Gerichtstages war er von Anfang an als Begleiter, Ideengeber und Unterstützer verbunden. Preiswürdig sind Leistungen, die rechtliche Aufgaben und das Methodenpotential der Informatik zusammenführen.