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KIT auf der CeBIT

KIT auf der CeBIT
Autor:

Kosta Schinarakis, Johanna Barsch

Quelle:

Presseinformation 029/2012 PKM KIT

Datum: 05.03.2012

KIT auf der CeBIT

Auf der CeBIT präsentieren das KIT und das FZI ab dem 6. März interaktive Roboter, sichere Konzepte für die Cloud, virtuelle Einblicke in den Körper und das Energiemanagment der Zukunft.

 

Am 06. März startet die CeBit in Hannover, das weltweit wichtigste Ereignis im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien. Bis zum 10. März haben Fachbesucher und Technikbegeisterte die Möglichkeit, sich über die neusten Trends der digitalen Welt zu informieren.

Das Karlsruher Institut für Technologie und das FZI Forschungszentrum Informatik stellen Innovationen vor, die in Zukunft unseren Alltag bereichern werden. Auf dem Gemeinschaftsstand G33 in Halle 26 kurvt ein humanoider Küchenroboter, dreidimensionale Visualisierungen öffnen neuen Perspektiven und neuste Algorithmen sichern die Daten in der Cloud. Aus dem FZI House of Living Labs werden der interaktive Service-Roboter HoLLie und Lösungen für intelligentes Energiemanagement präsentiert.

 

Roboter ARMAR lernt beim Zusehen

Ein Roboter, der im Haushalt hilft, ist keine Zukunftsmusik mehr. Der humanoide Roboter ARMAR, entwickelt am Institut für Anhtropomatik, kann Sprachkommandos verstehen und selbstständig umsetzen, etwa die Milch aus dem Kühlschrank holen. Dank Kameras und Sensoren findet er sich selbst im Zimmer zurecht, erkennt Gegenstände und greift sie mit der notwendigen Feinfühligkeit. Aber auch auf Gesten reagiert er und lernt beim Zuschauen. Wie man eine Spülmaschine ausräumt oder die Theke wischt, guckt er sich einfach beim menschlichen Kollegen ab. Auf der CeBIT wird ARMAR vorführen, was er zwischen Kühlschrank, Tresen und Spülmaschine leisten kann.

Ein kleiner Vorgeschmack: ARMAR-Video 

Virtuelles Wissen für reale Probleme

Numerische Simulationen erlauben es, sich unzugängliche Räume zu erschließen. Die dreidimensionale visuelle Aufarbeitung der Daten bietet faszinierende Einblicke und Erkenntnisse. Operationen am Herzen kann der Chirurg etwa am virtuellen Modell planen, das auf den Daten des zu behandelnden Patienten beruht, bevor auch nur ein Schnitt getan ist. Simulationen der Lungen machen Vorhersagen, wo Feinstaub seine schädliche Wirkung entfaltet und wie diese verhindert werden können. Im virtuellen Stadtmodell lässt man die Luft strömen und prognostiziert, wo die Pollenbelastung steigt, sodaß Allergikern rechtzeitig auf dem Handy angezeigt werden könnte, welche Viertel sie meiden sollten. Simulationen geben uns die Möglichkeit die Welt lebenswerter zu machen. Mit effizienten Verfahren können Computer die Lösung komplexer Probleme ermöglichen. An der großformatigen 3D-Videowand werden auf der CeBIT Einblicke in die virtuelle Welt anhand der Modelle des Herzens, der Lunge und des Karlsruher Stadtgebietes gewährt.

Das Engineering Mathematics and Computing Lab (EMCL) ist eine Forschungseinrichtung für interdisziplinäre Fragestellungen in den Bereichen der numerischen Simulation, Optimierung, High-Performance Computing und Cloud Computing am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).


Sicher in der Cloud

Cloud Computing bietet Unternehmen eine günstige Alternative zum eigenen Rechenzentrum. Aber sind die sensiblen Firmendaten im fremden Rechenzentrum sicher? Und zwar vor externen Hackern und Insidern gleichermaßen? Das Kompetenzzentrum für Angewandte Sicherheitstechnologie (KASTEL) präsentiert auf der CeBIT eine Lösung des Problems: Eine Datenbank wird verschlüsselt und auf drei verschiedene Rechenzentren verteilt. Dadurch wird eine sichere Datenspeicherung in der Cloud erreicht. Denn selbst wenn der Hacker Insiderwissen eines Cloudanbieters besitzt, kann er keine nennenswerten Informationen aus den Datensatzfragmenten nur eines Rechenzentrums ableiten. Die Kombination von Verschlüsselung und geschickter Verteilung der Daten steigert die Sicherheit vor internen und externen Angriffen in der Cloud signifikant.

Strategien für Hybrides Cloud Computing

Cloud Computing bietet Potentiale wie dynamische Skalierbarkeit, Elastizität und niedrige Kosten. Doch oft sind die Fragen nach vertrauenswürdiger Dienstgüte, nach einfacher Anbindung von Bestandssoftware und Sicherheit K.O.-Kriterien, die Unternehmen von der Nutzung des Cloud Computing abhalten.  Das FZI zeigt auf auf der CeBIT, wie Hybrides Cloud Computing hier Abhilfe schafft. Ein am FZI entwickeltes Analyse- und Simulationsverfahren ermöglicht es, eine für die Kundenanforderung optimierte Cloud-Strategie  zu entwickeln. Im Fokus stehen dabei Qualitätseigenschaften wie Performance, Skalierbarkeit, Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Sicherheit. Das FZI passt den Einsatz von Cloud Computing auf individuelle Bedürfnisse an und unterstützt die Entscheidung zwischen Public Cloud, Private Cloud oder Hybrid Cloud.

Auf der CeBIT präsentiert auch audriga, das Spin-Off von FZI und KIT, eine Lösung für den sicheren Umzug von Groupware-Daten in der Cloud. Am Stand F30 in Halle 26 zeigt audriga, wie ihr SaaS-Dienst Nutzern beim sicheren Umzug von E-Mails, Bildern oder Dateien zwischen Cloud-Anbietern helfen kann.

smartEnergy – intelligentes Energiemanagement

Im FZI House of the Living Labs (HoLL) entsteht derzeit eine neuartige Plattform zur Untersuchung effizienter und wirtschaftlicher Lösungen für das komplexe Energiesystem der Zukunft. Auf der CeBIT wird das Energy Management Panel (EMP) vorgestellt, das die Interaktionsschnittstelle zwischen dem dezentralen Energiemanagement im Gebäude und dem Benutzer darstellt. Der Nutzer kann damit individuelle Parameter seiner Geräte festlegen und das System entsprechend seiner Anforderungen konfigurieren. So wird ein effizientes Lastmanagement im Gebäude erreicht ohne wesentliche Einschränkung des Benutzerkomforts. Durch die Bereitstellung von übersichtlichen Auswertungen wird der Nutzer hinsichtlich der Energieflüsse im Gebäude informiert und sensibilisiert.

HoLLiE – der Serviceroboter des FZI

Pflegebedürftigen Essen und Medikamente bringen, interaktiv an Sportspielen teilzunehmen, Unterhaltung anzubieten oder auch Besuchergruppen zu führen – die Einsatzfelder von HoLLiE sind weit gefächert. Der wendige, zwei-armige Serviceroboter kann flexibel in Wohnungen eingesetzt werden und verbindet die Robotik, AAL- und Mobilitätsdienste am FZI. Auf der CeBIT zeigt HoLLie (House of Living Labs intelligent Escort) seine Möglichkeiten zur intuitiven Interaktion mit Menschen. Dank eines modernen 3D-Sensorsystems kann HoLLiE die Körperbewegung seines Gegenübers verstehen. In dem präsentierten Szenario fordert HoLLiE seinen Gegenüber auf, gemeinsam ein wenig Sport zu treiben, um sich fit zu halten. Diese Funktion kann eine therapeutische Bedeutung für ältere oder pflegebedürftige Bewohner haben, aber auch als Entertainmentfunktion für alle Altersklassen dienen.